Manchmal beginnt Veränderung mit einem kleinen Zettel.
Bei mir war es ein Wunschzettel aus den Rauhnächten. In einem Rauhnächte-Ritual habe ich mir 13 Wünsche aufgeschrieben. Zwölf Wünsche habe ich in Form des Verbrennens dem Universum mit der Bitte um Erfüllung übergeben. Dabei wusste ich nicht, welche zwölf Wünsche ich verbrannt habe. Dieser eine Wunsch ist also zufällig übrig geblieben. Für dessen Erfüllung war ich nun selbst zuständig.
Auf dem 13. Wunschzettel stand: „Ich laufe erfolgreich an einem Mammutmarsch mit.“
Das war also meine Aufgabe. Und ich habe getan, was man tut, wenn man sich und seine Wünsche ernst nimmt: Ich habe mich angemeldet.
Vom Wunsch zu Anmeldung – gesagt, getan, gelaufen
Geplant war ein Mammutmarsch in Hamburg, 30 Kilometer. Meines Erachtens anspruchsvoll, aber durchaus machbar. Zumindest in meiner Vorstellung.
Irgenwo zwischen Begeisterung, Organisation und meinem ganz normalen Alltagschaos habe ich mich aber aus Versehen für den 50-Kilometer-Marsch angemeldet, was ich allerdings erst eine Woche vor dem Marsch herausgefunden habe. Mega… und Umbuchen war nicht möglich.
Natürlich hätte ich jetzt einfach absagen und mich rausreden können. Gründe gab es ja genug: zu wenig Training, Sauwetter, falsche Anmeldung, zu viel Stress und und zu wenig Zeit und Zweifel sowieso.
Aber da war auch dieser Wunsch, dieser Zettel und diese Entscheidung. Also bin ich losgelaufen.
Wenn aus einem Wunsch ein echtes Ziel wird
Wenn ich mir wirklich etwas vornehme, kann ich unfassbar fokussiert sein.
Nicht immer und bei allem und auch nicht aus Prinzip. Aber wenn ich innerlich entschieden habe: „Das mache ich jetzt.“, dann gibt es für mich wenig links und rechts. Dann laufe ich. Schritt für Schritt. auch wenn es anstrengend wird und mich andere fragen, ob ich eigentlich noch alle Latten am Zaun habe.
Ich hatte mich mit einer Freundin zum Mammutmarsch verabredet, Hotel gebucht und alles organisiert. Es brauchte also kein Nachdenken oder Abwägen oder Vorbereitung mehr.
Manchmal braucht es nur eine klare Entscheidung und einen ersten verbindlichen Schritt.
Ausreden gibt es immer, Schritte auch
Der größte Unterschied zwischen einer Idee und einem erfüllten Wunsch ist, dass die Idee im Kopf bleibt und der Wunsch in Bewegung kommt.
Wir warten so unglaublich oft auf den perfekten Moment, in dem wir mehr Zeit, mehr Energie, mehr Geld, Mut oder was auch immer haben. Aber ganz ehrlich gesagt, diesen perfekten Moment gibt es vermutlich nicht.
Gerade wenn es um Veränderung geht, um Wünsche, Träume, persönliche Ziele, dann stehen wir genau an dem Punkt der Entscheidung: bleibt alles nur ein schöner Gedanke oder gehe ich den ersten Schritt?
Der Mammutmarsch war für mich so ein Schritt. Okay, eine Extremsportlerin bin ich jetzt nicht gerade geworden. Aber ich habe mir selbst wieder gezeigt, dass ich mir etwas vornehmen kann, losgehe und dranbleibe. Und vor allem, dass ich mich und meine Wünsche ernst nehme.
Und genau DAS verändert etwas.
Grenzerfahrung
Ich bin bei diesen vielen Kilometern schon an meine Grenzen gekommen. Eh klar.
Es gab Momente, in denen es körperlich sehr anstrengend wurde. Es gab aber auch den Moment, in dem es mental schwierig war. Da war ein Punkt, ab dem ich nicht mehr nur aus Begeisterung und Motivation gelaufen bin, sondern aus Entscheidung.
Motivation ist richtig gut, trägt uns aber nicht immer bis zum Ziel. Entscheidung trägt weiter. Wenn der Anfangszauber vorbei ist, wenn es unbequem wird, wenn die Füße weht tun, das Wetter echt eklig ist und alle Ausreden plötzlich seeehr vernünftig klingen, dann zeigt sich wie ernst wir es wirklich meinen.
Ernst im Sinn von: Bleibe ich in Verbindung mit dem, was ich mir selbst versprochen habe?
Eine überraschende Erkenntnis
Während des Marsches habe ich auch gemerkt, dass ich für die Verwirklichung meiner Ziele und Träume nicht unbeingt ein äußeres Settig brauche.
Der Mammutmarsch wa beeindruckend, gut organisiert und sooo viele Teilnehmende waren am Start. Ganz besonders schön war aber der Zieleinlauf. Da wurde ich sogar emotional, weil ich richtig stolz auf mich war: „Ich habe es geschafft!“
Das war ein großartiges Gefühl. Und gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass es für mich persönlich an einigen Stellen zu viel war: zu viele Menschen, zu viel Fremdbestimmung durch den vorgegebenen Weg, die vorgegebene Startzeit. Das ganz Settig hatte einen Rahmen, der für mich persönlich nicht durchgehhend stimmig war.
Für mich braucht nicht jedes Ziel ein großeres Event, nicht jeder Traum eine große Bühne und auch nicht jede persönliche Entwicklung Applaus.
Manchmal reicht es, einfach für sich selbst loszugehen.

Selbstwirksamkeit entsteht nicht im Denken, sondern im Tun
Für mich ist der Mammutmarsch im Nachhinein eine Art Symbol.
Ein Zeichen für einen Wunsch, den ich nicht nur gedacht, sondern, den ich wirklich ernst genommen habe. Eine Entscheidung, die ich nicht verschoben habe und Schritte, die ich gegangen bin, obwohl es genug Gründe gab, es nicht zu tun.
Darin liegt für mich Selbstwirksamkeit. Nicht alles ist leicht und es muss auch nicht sein, dass wir jedes Ziel auch wirklich erreichen und nie zweifeln.
Selbstwirksamkeit heißt für mich:
- Ich kann handeln und bin meinem Leben nicht nur ausgeliefert.
- Ich kann Etnscheidungen treffen.
- Ich kann Schritte gehen.
- Ich kann etwas in Bewegung bringen.
- Ich nehme meine eigene Verantwortung für mich und mein Leben wahr.
Das ist unglaublich kraftvoll. Jedes Mal, wenn wir einen Wunsch ernst nehmen und einen echten Schritt gehen, stärken wir das Vertrauen in uns selbst.
Es geht nicht darum, immer alles zu schaffen
Meiner Meinung nach liegt der Wert nicht nur im Ankommen.
Der Zieleinlauf war ein besonderer Moment, keine Frage. Ich war stolz und es war sehr schön, diesen Moment zu erleben. Der eigentliche (Mehr-)Wert begann aber schon viel vorher, nämlich in dem Moment, in dem ich meinen Wunsch aufgeschrieben habe, als ich mich angemeldet habe und als ich trotz Zweifel logegangen bin.
Ob du am Ende alles genauso schaffst, wie du es dir vorgenommen hast und ob das Ziel genauso aussieht, wie du es dir vorgestellt hast, ist manchmal gar nicht der alles entscheidende Punkt. Entscheidend ist, dass du aus dem Denken ins Handeln kommst. Nur wenn du eine fixe Idee nicht im Hinterkopf verstauben lässt, dich selbst beim Wort nimmst, kannst du deinen Wünschen eine Chance geben, Realität zu werden.
Manchmal ist es einfacher, als wir denken
Unsere Träume wirken viel größer und unerreichbarer, solange sie unausgesprochen bleiben.
Im Kopf sind sie oft schwammig und noch unkonkret. Sobald wir sie aufschreiben, klar benennen und erste Schritte gehen, verändert sich etwas. Aus einem diffusen Wunsch wird ein konkreter Weg, den wir in den Fokus nehmen.
Sobald wir einen kleinen Schritt in diese Richtung machen, tun sich Möglichkeiten auf. Manchmal ist das nicht der krass magische Moment, oft ist das auch nicht leicht, aber schon sehr viel konkreter als vorher.
Was, wenn du deinen Wunsch ernst nimmst?
Vielleicht schlummert in dir ja auch so ein Wunsch?
Etwas, das immer wieder in deinen Gedanken auftaucht, eine Sehnsucht, etwas, das du dir schon lange vornimmst, oder was du gern erleben, verändern, ausprobieren oder endlich angehen möchtest.
Das muss ja keine sportliche Herausforderung sein. Vielleicht ist es eine berufliche Veränderung, ein klärendes Gespräch, eine Reise, ein Abschied oder ein Anfang…
Warte nicht auf den perfekten Moment dafür. Vielleicht brauchst du gar nicht mehr so viel, wie du denkst. Schreib deinen Wunsch auf, sprich ihn laut aus oder erzähle jemandem davon. Und vielleicht gehst du dann schon bald den ersten Schritt.
Mein Fazit nach dem Mammutmarsch
Der Mammutmarsch war chaotisch, anstrengend, schön, herausfordernd und erkenntnisreich.
Ich habe vor allem gespürt, dass ich mich selbst motivieren kann, ich mehr schaffe, als ich mir vorher vielleicht zugetraut habe. Ich weiß, dass ich Ziele erreichen kann, wenn ich mich wirklich dafür entscheide und dass dabei mein eigener innerer Weg oft viel entscheidender ist, als der äußere Rahmen.
Wenn wir nicht nur träumen, wünschen und „vielleicht irgendwann mal“ sagen, sondern losgehen mit einem ersten kleinen Schritt, dann beginnt genau in diesem ersten Moment die Veränderung.
Bist du bereit, deinen nächsten Schritt zu gehen?
Wenn du spürst, dass in dir ein Wunsch, eine Veränderung, ein neuer Weg wartet, begleite ich dir gern dabei, Klarheit hineinzubringen.
In meinem Coaching für Selbstwirksamkeit und Veränderung finden gemeinsam heraus, was in dir längst angelegt ist. Wir schauen, was dich ruft, was dich noch zurückhält und welcher der erste echte Schritt sein kann.
Denn manchmal beginnt ein neues Leben nicht mit einem großen Umbruch. Manchmal braucht es nur einen Zettel und die Entscheidung, ihn ernst zu nehmen.