Du denkst, das weiß doch jeder? Nein.

Blogartikel Petra Lüttge
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Was mir mein Besuch bei Radio Leverkusen wieder über das Gesichtlesen, Sichtbarkeit und den Mut gezeigt hat, über das zu sprechen, was in uns steckt

Vor Kurzem saß ich im Studio von Radio Leverkusen und durfte über etwas sprechen, das inzwischen ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist: Gesichtlesen – oder Face Reading.

Ich durfte erzählen, was Gesichtlesen überhaupt ist, was ich in einem Gesicht erkennen kann und wie das überhaupt funktioniert. Ich habe auch darüber gesprochen, für wen ein Face Reading spannend sein kann und welchen Nutzen es haben kann, wenn wir uns selbst einmal durch einen völlig anderen Blick kennenlernen.

Und natürlich blieb es nicht bei der Theorie.

Ich durfte spontan die Moderatorinnen und Moderatoren ein wenig lesen, wir haben uns zwei, drei bekannte Fußballgesichter angeschaut und selbst der Leverkusener Bürgermeister landete kurz unter meinem Gesichtleserinnen-Blick.

Natürlich waren das keine ausführlichen Readings, sondern eher „Speedreadings“. Ausführliche Readings mache ich ausschließlich bei und für Menschen, die mir die Erlaubnis oder den Auftrag dazu erteilt haben. Und dafür nehme ich mir dann auch mehrere Stunden Zeit. Es waren dort also kleine, spontane Einblicke.

Aber genau dabei ist mir wieder etwas aufgefallen. Etwas, das eigentlich gar nicht nur mit Gesichtlesen zu tun hat.

Was für mich inzwischen vollkommen selbstverständlich ist, ist für viele andere Menschen völlig neu.

Gesichtlesen? Davon haben viele noch nie gehört

Wenn man sich über Jahre intensiv mit einem Thema beschäftigt, passiert etwas Spannendes: Das eigene Wissen wird irgendwann normal.

Ich beschäftige mich mit Gesichtern. Mit Strukturen, Merkmalen, Potenzialen, Ressourcen, Bedürfnissen und Persönlichkeitsanteilen. Ich sehe Dinge und Zusammenhänge, bei denen ich inzwischen manchmal vergesse, dass andere Menschen sie überhaupt nicht sehen.

Für mich ist Face Reading zu einem Werkzeug geworden, mit dem ich Menschen einen neuen Blick auf sich selbst ermöglichen kann.

Für viele andere ist allein die Vorstellung völlig neu, dass man sich ein Gesicht auf diese Weise anschauen kann. Das wurde mir im Radiostudio wieder bewusst.

Gesichtlesen ist immer noch eine Nische. Und gleichzeitig ist das Thema riesengroß. Denn am Ende geht es gar nicht nur um Nasen, Augen, Stirnformen oder andere Gesichtsmerkmale.

Es geht um Fragen wie:

Wer bin ich eigentlich? Was steckt in mir? Was kann ich gut? Warum reagiere ich auf bestimmte Dinge so, wie ich reagiere? Und was davon lebe ich vielleicht noch gar nicht?

Der Denkfehler: „Das ist doch eigentlich klar.“

Du kannst etwas richtig gut und denkst: Das ist doch nichts Besonderes. Vielleicht kennst du diesen Gedanken oder das Gefühl.

Du beschäftigst dich seit Jahren mit einem Thema und glaubst: Das weiß doch jeder.

Du hast eine Idee, eine Haltung oder eine Vision und gehst irgendwie davon aus: Die anderen werden schon verstehen, was ich meine.

Nein. Tun sie meistens nicht.

Menschen können nur wissen, was du ihnen zeigst.

Niemand kann in deinen Kopf schauen. Niemand weiß automatisch, was dir wichtig ist. Niemand kennt deine Ideen, deine Fähigkeiten, deine Erfahrungen oder deine Vision, solange du nicht irgendwann anfängst, darüber zu sprechen.

Und einmal reicht meistens auch nicht. Zweimal übrigens auch nicht. Das habe ich in den vergangenen Jahren selbst lernen dürfen.

Sichtbarkeit bedeutet nicht, ständig Werbung für sich zu machen

Bei dem Wort Sichtbarkeit zucke ich manchmal selbst noch ein bisschen zusammen.

Denn sehr schnell entsteht dieses Bild von: ständig posten, ständig verkaufen, ständig zeigen, was man Tolles macht.

Darüber spreche ich aber nicht. Für mich bedeutet Sichtbarkeit etwas anderes.

Sichtbar zu sein heißt, nach außen zu tragen, was in dir wichtig ist.

Das kann deine Arbeit sein, dein Wissen, eine Idee, eine Haltung, eine Erfahrung, ein Thema, für das du brennst. Oder sogar ein Gedanke, den du schon lange mit dir herumträgst.

Sichtbarkeit muss nicht laut und auch nicht perfekt inszeniert sein. Sie beginnt manchmal mit einem ziemlich simplen Satz:

„Ich möchte dir mal erzählen, was mich gerade beschäftigt.“

Denn kaum jemand kommt und fragt dich danach

Wann hat dich zuletzt jemand gefragt: „Was ist dir eigentlich wirklich wichtig?“

Oder: „Wofür willst du losgehen?“

Oder: „Was kannst du eigentlich richtig gut?“

Oder einfach: „Hier hast du zehn Minuten. Erzähl mir doch einfach mal, was unbedingt mehr Menschen wissen sollten.“

Diese Situationen kommen erstaunlich selten von alleine. Und gleichzeitig warten wir aber häufig genau darauf.

Darauf, entdeckt zu werden, gefragt zu werden. Darauf, dass jemand erkennt, was in uns steckt. Darauf, dass irgendjemand sagt: „Mensch, du könntest doch mal …“

Nur: Vielleicht kommt dieser Jemand nicht.

Vielleicht müssen wir uns diesen Raum selbst schaffen.

Da wird Sichtbarkeit plötzlich persönlich

Denn über sich selbst zu sprechen, klingt erst einmal ziemlich einfach. Was es dann aber in der Realität oft gar nicht ist.

Mir ging es genauso. Sich nämlich hinzustellen und zu sagen:

Das kann ich.

Das ist mir wichtig.

Dafür stehe ich.

Das möchte ich verändern.

Das ist meine Vision.

… kann verdammt viel Mut kosten.

Denn plötzlich geht es nicht mehr um eine Sache irgendwo da draußen. Es geht um dich. Um dein Selbstbild.

Darum, wie wichtig du dich selbst nimmst. und ob du glaubst, dass deine Gedanken überhaupt relevant genug sind, um ausgesprochen zu werden.

Und manchmal auch um die Angst davor, dass jemand die Augen verdreht und denkt: Jetzt hält sie sich aber für wichtig.

Diese Angst kenne ich. Und vielleicht ist genau deshalb Sichtbarkeit so viel mehr als Marketing.

Sichtbarkeit ist Persönlichkeitsentwicklung.

Was möchtest du eigentlich nach außen tragen?

Bevor wir uns fragen, wie wir sichtbarer werden können, kommt deshalb für mich eine andere Frage:

Womit möchtest du überhaupt sichtbar werden?

Was kannst du gut?

Was fällt dir leichter als anderen?

Worüber könntest du stundenlang sprechen?

Was regt dich regelmäßig auf, weil du denkst: Warum wird das eigentlich immer noch so gemacht?

Welche Erfahrung hast du gemacht, von der andere profitieren könnten?

Was möchtest du verändern?

Und was ist dir wirklich wichtig?

Manchmal kommen die Antworten sofort. Und manchmal gar nicht. Dann hilft es häufig, nicht noch länger alleine darüber nachzudenken.

Klarheit entsteht manchmal erst beim Sprechen

Wir glauben oft, wir müssten erst Klarheit haben und könnten dann darüber sprechen. Meine Erfahrung ist aber genau andersherum:

Wir sprechen und dadurch entsteht Klarheit.

Ein Gedanke, der im eigenen Kopf seit Wochen seine Kreise dreht, hört sich plötzlich ganz anders an, wenn wir ihn laut aussprechen.

Wir merken, wo wir stocken. Wir spüren, wo Energie entsteht und was uns berührt. Wir merken vielleicht sogar, was eigentlich gar nicht unseres ist.

Und wo plötzlich dieser eine Satz auftaucht, bei dem wir denken: Genau das ist es!

Das ist auch etwas, das ich in meinen Coachings immer wieder erlebe.

Ich gebe dabei nicht den fertigen Lebensplan vor. Es geht auch nicht darum, dir zu sagen, was richtig oder falsch ist.

Ich biete dir einen Raum, in dem du deine Gedanken aus deinem Kopf herausbekommst, sie sortieren kannst, Fragen gestellt bekommst und einen Blick von außen erhältst.

Manchmal reicht dafür ein Gespräch. Manchmal braucht es zwei oder drei. Aber plötzlich entsteht Bewegung, weil du nicht mehr nur in deinem eigenen Gedankenkreislauf unterwegs bist.

Mein Besuch bei Radio Leverkusen war deshalb mehr als ein Radiotermin

Natürlich habe ich mich unglaublich darüber gefreut, Gesichtlesen im Radio vorstellen zu dürfen.

Denn ich möchte, dass mehr Menschen erfahren, was Face Reading sein kann und wie spannend es ist, sich selbst einmal aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten.

Aber ich habe aus diesem Termin noch etwas anderes mitgenommen:

Wenn mir etwas wichtig ist, darf ich darüber sprechen. Immer wieder.

Nicht, weil ich jemanden überzeugen muss oder ich mich permanent verkaufen möchte. Sondern weil niemand davon erfahren kann, wenn ich es für mich behalte.

Und das gilt für dich genauso. Vielleicht ist es kein Gesichtlesen. Vielleicht ist es ja eine Idee, die du hast, eine Fähigkeit, die du mitbringst. Oder ein beruflicher Wunsch, den du hegst. Ein Herzensprojekt, was du umsetzen möchtest. Eine Meinung, die geäußert werden will . Oder ein Veränderung, die du anstoßen möchtest.

Oder etwas, von dem du schon viel zu lange denkst: „Eigentlich müsste das doch jeder wissen.“

Vielleicht eben nicht.

Dann erzähl davon!

Nicht irgendwann. Fang an!


5 Fragen zum Gesichtlesen und zur Sichtbarkeit

Was ist Gesichtlesen oder Face Reading?

Face Reading ist die Kunst, Merkmale und Strukturen eines Gesichts im Zusammenspiel zu betrachten und daraus Hinweise auf Persönlichkeit, Potenziale, Ressourcen, Bedürfnisse und innere Dynamiken abzuleiten. Für mich ist es vor allem ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis und Reflexion – keine Zukunftsvorhersage.

Was bringt mir ein Face Reading?

Ein Face Reading kann dir helfen, Dinge in Worte zu fassen, die du vielleicht schon lange spürst, aber bisher nicht richtig greifen konntest. Es kann Stärken sichtbar machen, Zusammenhänge erklären und dir einen neuen Blick auf dich selbst und deine Entscheidungen geben.

Warum fällt es vielen Menschen so schwer, sichtbar zu werden?

Weil Sichtbarkeit unmittelbar mit unserem Selbstbild verbunden ist. Wer über die eigenen Fähigkeiten, Wünsche oder Visionen spricht, macht sich auch ein Stück weit angreifbar. Deshalb braucht Sichtbarkeit häufig weniger Marketingwissen als vielmehr Klarheit und Vertrauen in sich selbst.

Muss ich mich ständig verkaufen, um sichtbar zu sein?

Nein. Sichtbarkeit bedeutet für mich nicht, permanent Werbung für sich zu machen. Es bedeutet, das, was einem wichtig ist, nicht dauerhaft zu verstecken. Du darfst über dein Wissen, deine Haltung und deine Arbeit sprechen, ohne dich dafür größer machen zu müssen, als du bist.

Wie finde ich heraus, womit ich überhaupt sichtbar werden möchte?

Beginne nicht bei Instagram, LinkedIn oder einer Marketingstrategie, sondern bei dir. Frage dich: Was kann ich gut? Was ist mir wichtig? Was möchte ich verändern? Wofür möchte ich stehen? Wenn du darauf alleine keine klare Antwort findest, kann ein Gespräch oder Coaching helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren und einen ersten stimmigen Schritt zu erkennen.

Was trägst du in dir, das andere noch gar nicht kennen?

Du brauchst vielleicht gerade gar keinen großen Plan. Vielleicht braucht es zuerst nur einen Ort, an dem du laut aussprechen kannst, was schon lange in dir arbeitet.

Wenn du Klarheit darüber gewinnen möchtest, was dich ausmacht, was dich zurückhält und welcher nächste Schritt wirklich zu dir passt, begleite ich dich gerne dabei.

Und wenn du neugierig geworden bist, was dein Gesicht über deine Potenziale, Ressourcen und inneren Dynamiken erzählt, dann schau dir meinen Klarheits-Scan mit Face Reading an.

Denn das, was du nach außen tragen möchtest, musst du nicht erst irgendwo finden. Vielleicht ist längst viel mehr davon in dir, als du gerade glaubst.